Wie Lanla entstand

Lanla ist ein Projekt, dass von mir, Helene Kofler, ins Leben gerufen wurde. Wollt Ihr mehr über mich wissen, könnt ihr hier nachlesen.

Neben meiner Arbeit als Projektmanager für Entwicklungsprojekte im Senegal, wo ich zwei Jahre lang lebte, begann ich mich für die in Afrika so typischen farbenprächtigen Stoffe zu interessieren. Aber was mich vor allem beeindruckte, war nicht die traditionelle Art diese Stoffe zu tragen, sondern die moderne: In Dakar, dieser harten aber auch wundervollen Stadt, überraschten mich die schicksten Designs, die schönsten Kleider, Jacken, Röcke,… geschneidert aus diesen wunderbaren Stoffen.

Ich begann mir bei ortsansässigen Schneidern Kleider nach meinen Vorstellungen anfertigen zu lassen und erfreute mich an den tollen Resultaten. Es war natürlich auch ein kleines Abenteuer, manchmal hatten ich und mein Schneider nicht unbedingt die gleichen Vorstellungen was Genauigkeit und Stil betrifft. Trotzdem war die Zusammenarbeit immer lustig und spannend. Auch zu Hause in Österreich kamen die Kreationen super an.

Komplizierte Muster in den auffälligsten Farben, Etuitkleider aus einfachen Schnitten, Blazer, Hemden,…mein Kasten begann sich zu füllen, ich erneuerte meine Garderobe vom Gemütlichkeits- und Funktionsgewand zu einer Mischung aus Schick und Einzigartigkeit. Ich war inspiriert.

Daraus musste ich etwas machen. Nach meiner Rückkehr aus dem Senegal schwirrte dieser Gedanke über meinem Kopf… und lag auch in Form von meiner neuen Garderobe ständig vor meinen Augen.

Aber die Kleiderbranche? Eine der schnelllebigsten Branchen, angeführt von Billiganbietern und nicht so Billiganbietern, die in fernen Ländern unter den menschenunwürdigsten Bedingungen Kleidung produzieren lassen, die in wenigen Monaten schon wieder kaputt/out oder sonst irgendwie ungebräuchlich geworden ist?

So sicher nicht, es musste einen sowohl ökologisch als auch sozial nachhaltigeren Weg geben. Ich überlegte mir grundlegende Prinzipien:

  1. Keine Anpassung an kurzlebige Modetrends, die produzierte Kleidung soll auch in zehn Jahren noch tragbar sein
  2. Die Produktionskette, soweit ich sie beeinflussen kann, muss nachhaltig sein, soziale und ökologische Standards müssen eingehalten werden

Aber was bedeutet das im Konkreten?

Punkt eins ist klar, die Stoffe sind toll und in Kombination mit einfachen Schnitten passen sie immer, wenn die Figur mitmacht auch noch in zehn Jahren. Vor allem zu meiner eigentlichen Lieblingsfarbe neben knallbunt: schwarz.

Punkt zwei ist schon etwas schwieriger durchzusetzen, vor allem zu Beginn. Welchen Einfluss kann ich, kleiner Betrieb, auf die Stoffproduktion dieser wunderbaren Stoffe haben? Es ist leicht zu erahnen, bis dato keinen. Die Art und Weise der Produktion dieser an sich tollen Stoffe ist eindeutig außerhalb meines Einflussbereiches. Das muss ich so hinnehmen.

Aber, was kann ich dann beeinflussen? Vieles natürlich:

Fertigungsstandort:

Nach langen Überlegungen musste ich aus sozialen und ökologischen Gründen eine Produktion in Afrika ausschließen. Ich wollte an der Produktion teilhaben, mitarbeiten und sie auch begleiten, das ging schon alleine aus Gründen der Entfernung nicht. Es drängte sich in meinem Fall ein anderer Produktionsstandort auf: Spanien. Hier habe ich meine zweite Heimat, einen Teil meiner Familie und hier wird Arbeit benötigt. Ich suchte mir vor Ort verlässliche Partner, die mich auch gut beraten und ging ans Werk.

Sämtliche Lanla Kleidung wird nun in Spanien produziert, genauer gesagt in Katalonien.

Außerdem beschloss ich weiters:

Alle einfarbigen Oberstoffe, die für die Produktion benötigt werden, müssen in Bezug auf Umwelt- und Sozialstandards zertifiziert sein, und zwar nicht durch irgendein Pseudo-Zertifikat sondern GOTS, eines der strengsten Zertifikate in diesem Bereich, das auch soziale Standards miteinbezieht. Dieses Prinzip werde ich Schritt für Schritt ausweiten, auf Futterstoffe, Produktionsmittel und in letzter Konsequenz auch auf die bedruckten Stoffe. Ziel ist bestmögliche Nachhaltigkeit in der ganzen Produktionskette.

Auch an dieser Stelle möchte ich betonen, dass Lanla schon zu beginn viel Unterstützung aus dem Umfeld sowohl in Spanien als auch in Österreich bekommen hat. Vielen Dank, Freunde!